Weihnachten 2012> Eintrag aus meinem Tagebuch vom 16. Dezember 2011:

“Heute beginnt mein drittes Leben – ich habe ein Visum für Australien erhalten, gültig für 5 Jahre bis einschließlich 2016”.

Dieses Datum ist rückblickend interessant: So ein Umzug mit Sack und Pack erfordert doch eine Menge Planung und Vorbereitung. Ich möchte nicht hochrechnen, wieviele Zeitstunden meine Frau Maria und ich insgesamt investiert haben, aber Fakt und Fazit ist: Wir wohnen jetzt an der Gold Coast, 100km südlich von Brisbane, haben den Umzug gemeistert und haben uns hier niedergelassen. Die Nachbarn sind relaxed und freundlich, das Wetter ist fast immer schön, das Meer ist 1 km entfernt, die Küste sowie Hinterland sind einmalig schön, besonders früh morgens und abends vor Sonnenuntergang. Das Licht hier ist unvergleichlich. Die Kontakte zu unseren Familien und Freunden in Deutschland und Brasilien sind dank Internet und Skype kein Problem, und wir planen natürlich möglichst oft non-digital dort zu sein, wo wir herkommen – in unserer Heimat.

Marias erster Flug nach Rio hat stattgefunden und war traurig sowie tragisch: Ihr Vater lag im Sterben, ist inzwischen verstorben, und ihre Mutter ist allein in ihrem Haus zurückgeblieben. Maria hat Geschwister in Rio de Janeiro, folglich findet ihre Mutter dort die notwendige Unterstützung durch ihre Kinder und deren Familien – eine Situation, die meiner Mutter bei Kiel entspricht: mein Bruder und meine beiden Schwestern und deren Familien wohnen in der Nähe von Kiel und kümmern sich um meine Mutter, wenn sie Hilfe und Unterstützung braucht. Ich telefoniere mit ihr alle paar Tage, und mein Bruder hat ihr jetzt einen Laptop mit Email und Skype eingerichtet, den meine Mutter mit viel Freude zunehmend nutzt, um mit uns hier in Australien im Gespräch zu bleiben.

Uns haben zahlreiche Fragen – meist per Mail – erreicht, die wir auch beantwortet haben, allerdings sind wir auf allgemeine Fragen wie “Gefällt es euch dort” oder “Wie lebt es sich dort” in der Regel nicht eingegangen – das behalten wir uns vor für unsere Besuche in Deutschland. Wir hätten dort ja gar nichts zu erzählen, würden wir auf diese Fragen eingehen. Maria hat inzwischen ihr “Casa da Vovo” realisiert und kümmert sich um Kinder wie damals in Salzwedel auch. Nicht täglich und nicht ganztägig, aber mit 5 Enkelkindern und deren Freunden hier in Burleig Waters und Eltern, die alle ganztägig arbeiten, ist Maria immer wieder “voll und gern beschäftigt”, arbeitet sie doch am liebsten mit kleinen Kindern.

Burleigh Beach, QLD Australia

Ich habe meinen “alten” BLOG immer wieder mit Bildern und kleinen Textbeiträgen “upgedated”, auch um mich nicht ständig in Emails wiederholen zu müssen, kann also bei kurzen Antworten einfach verlinken und so meine ehemaligen Schüler/-innen aus Namibia und Dannenberg sowie die zahlreichen Freunde in Deutschland und aller Welt einbeziehen. Aus Birmingham erfuhr ich gerade, dass M nach New York geht für 9 Monate,  E meldet sich regelmäßig aus NZ,  A war hier bei uns in Burleigh und traf sich dann mit N  in Perth, um per Auto via Melbourne und Sydney weiterzureisen. Alles erfahre ich meist über Facebook und bin – trotz aller Kritik an diesem Medium – nach wie vor ein eifriger Nutzer.

Ich bin froh und glücklich, endlich Zeit für Maria, ihre große Familie hier in Australien und mich selbst zu haben: Ich lese sehr viel, habe ZEIT und SZ digital abonniert und schaue regelmäßig auf meinem Laptop oder Tablet “Tagesthemen in 100 Sekunden”, Sendungen der ARD vom Vorabend (hier also früh morgens) – entdecke Radio Niedersachen als Stream oder NDR Kultur mit “Wickerts Bücher(n)”, der ein sehr schönes Interview mit Günter Grass gemacht hat. So fühle ich mich also mit dem geliebten Norden Deutschlands ganz gut verbunden, muss mich dem schrecklich langen Winter in Deutschland nicht unbedingt aussetzen und freue mich schon auf den ersten Besuch im deutschen Sommer 2013, nicht zuletzt um meinen Sohn und seine Familie zu besuchen wie auch meine Familie in Schleswig-Holstein / Dk  und meine Freunde in Deutschland.
Zu diesem Absatz las ich Feedback, der Winter in Deutschland sei nicht schrecklich! Stimmt, ich erinnere mich auch an sehr schöne Wintertage, finde ihn nur  “schrecklich lang”.

Gestern 11 FEB 13 ein zweiter Besuch im Hinterland – Versuch die Straße nach Süden Richtung NSW zu fahren: Auf dem Weg finden wir zunächst einen sehr schönen Rock Pool, wo wir gegen die Strömung schwimmen können, ohne voranzukommen. Toll, so eine natürliche Gegenstromanlage! Hier könnte ich 10 Stunde kräftig schwimmen ohne voranzukommen. Das Wasser ist sauber und leicht grün und kühl, bei 27 ° C eine Wohltat. Ich fühle mich wie in Afrika oder im Paradies, denn es gibt keine Krokodile hier. Will be back soon… / kaum Besucher hier weil Montag…

NSW border
Dann weiter zum NP Natural Bridge – ein kleiner Rundgang zum Wasserfall, der mich beeindruckt! Wie sah es hier wohl vor 10 Millionen Jahren aus? Ein Hauch von Ewigkeit…

Krater  oldvolcanaoNSW

Dann weiter Richtung Süden nach NSW: Die Straße ist gesperrt! Wir lassen uns aufklären: Mehr als 60 Bäume versperren den Weg Richtung Süden – die Regierung in SYDNEY würde kein Geld zur Verfügung stellen, um für die wenigen Bewohner der Gegend die Straße zu räumen! Man müsse ca. 60 Leute beschäftigen, und es würden ja nur wenige 100 Menschen betroffen sein. Sie hätten gerade Mobile Phones bekommen, um nicht ganz von der WELT abgeschnitten zu sein! Ob sie denn Strom haben, will ich wissen! Der Mann lacht, “normally yes, of course, and they normally have landline connections – but now they were given free mobile phones…to keep in touch…”
Wir staunen und fahren zurück nach Norden: In Brisbane / QLD scheint man die Dinge besser im Griff zu haben…

Fortsetzung, Sonntag, 25. Mai 2014

Mount Warning und der Nationalpark Woolumbin faszinieren mich dermassen, dass ich den Berg zum dritten Mal erklettern möchte: Das letzte Mal war 2003, und ich möchte testen, ob ich noch fit bin. Meine Vorbereitungen bestehen darin, täglich mindestens eine Stunde flott zu walken, wobei ich die Stöcke zuhause lasse, sie sehen hier zu peinlich aus. Ausserdem muss das Wetter stimmen, die Sicht muss gut sein und es darf nicht zu heiss sein, also möglichst nicht über 25 Grad.

Gestern war nun dieser Tag, bereits morgens gegen 8 Uhr fiel die Entscheidung: Ich fühle mich fit und munter und habe Lust, allein diesen Trail zu bewältigen. Anfahrt vom Haus etwa eine Stunde bis zum Parkplatz am Berg. Gegen Mittag bin ich vor Ort und habe meine Sachen parat, vor allem Wasser und Kamera und mein Lunch, das ich erst oben auf dem Gipfel nach dem Anstieg geniessen will.
Schon der Beginn der Wanderung ist aufregend und nicht alltäglich: Die Sonne ist hier kaum zu sehen, nur Schatten und ein üppiger Regenwald, wie ich ihn nur aus dem Norden bei Cairns in den “wet tropics” und Neuseeland kenne. Riesige Farne und einige uralte Stämme, die meist bereits abgestorben sind. Nach 1 km Anstieg eine grün braune Schlange von 1,50 Länge auf einem Stamm, wo sie die Sonnenstrahlen zu geniessen scheint: eine Carpet Python, eher klein und nicht giftg, also völlig harmlos für die Wanderer, die hier vorbeikommen und ihre Photos machen.

Nach 90 Minuten strammer Wanderung erreiche ich den letzten Abschnitt, ein felsiger Aufstieg zum Gipfel, der den zahlreichen Wanderern, unter denen auch Kinder sind, eine Kette als Sicherheit bietet.

Oben dann Plattformen in vier Himmelsrichtungen: Man schaut Richtung Norden auf den Springbrook National Park und kann im Nordwesten gerade noch die Hochhäuser der Gold Coast bzw. von Coolangatta erkennen, die Grenze zwischen Queensland und New South Wales. Richtung Osten die kleine Stadt Murwillumbah und südöstlich die langgestreckte Bucht von Byron Bay. Ein außergewöhnlicher Blick von 360 Grad, wie man ihn selten findet.

Nach 50 Minuten Pause dann der Rückweg: Schnell habe ich dank Kette den steilen Part hinter mir, etwas rutschig, und ich lasse mir viel Zeit für die Wanderung zurück zum Parkplatz, der heute überfüllt ist. In knapp 2 Stunden bin ich am Ziel, mein T Shirt völlig nass, und ich bin froh, trockene Kleidung im Auto zu haben. Der Trail liegt völlig im Schatten, so dass es hier gegen 16.00 Uhr fast dunkel ist, der Parkplatz ist nur noch halb voll.
Mein Vorsatz: Einmal im Jahr diesen Berg erklettern und meine Fitness testen, beim nächsten Mal früher aufbrechen und richtige Wanderschuhe benutzen, meine waren doch etwas zu leicht für den steinigen Weg.

Die Rückfahrt entlang des Tweed River – eine nördliche Nebenstrecke – führt mich an der historischen Siedlung Tumbulgum vorbei, wo ich einen ganzen Liter Wasser trinke und die letzten Sonnenstrahlen des Tages einfange.

 

LOCATION > hier (Link zu Google Maps) | Die Umgebung ist ideal zum Wandern | Man kann auch übernachten | Mehr > hier

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> Pls come back from time to time / will be continued… STAND vom 26. Mai 2014

Xmas Party 2015 – Casa Da Vovo