Jetzt ist es noch einmal für Otto und andere Normalverbraucher formuliert worden, und Günther JAUCH, der sich offenbar gut auskennt, hat illustre Gäste zum Thema Steuern sparen eingeladen: Ein hochrangiger FDP Politiker aus Kiel formuliert: “Es gibt nur Steuerhinterziehung, und die ist kriminell”, und eben Steuersparmodelle oder auch sogenannte Schlupflöcher, die dazu da sind, dass man sie nutzt! Und das Heer der Mitverdiener ist eben groß! Wer das noch nicht gewusst hat, hat es geahnt: Mittelstand und sogenannte “Kleinverdiener” – neuerdings auch “Kleinsparer” mit Konten unter 100 000 Euro, zahlen brav ihre Steuern, während einige “Reiche und Superreiche” Steuersparmodelle entwickeln und Trusts und Stiftungen gründen, die große Geldmengen dem Fiskus entziehen und in Steuerparadiesen deponieren, wo sie kaum oder gar nicht belastet werden. Dort sind Klima und Livestyle dann auch dermaßen, dass zur Handarbeit oder Produktion kaum Anlass besteht.

Die Krönung der Argumentation dann aber: “Wäre doch schade, wenn sozialistisch gesinnte Politiker auch darauf noch Zugriff hätten”! Wo soll denn das enden mit der Steuerschraube? Der Kunde wird sich doch sein Steuersparmodell weltweit selbst aussuchen dürfen, oder etwa nicht?
Da wirkten der Herr vom NDR und der Ex – Banker aus der Schweiz fast schüchtern und sprachlos: “Was zählt ist die Provision”, und die Modelle sind ja so gemacht, dass Steuerhinterziehung nicht mehr nachweisbar ist.

Fazit zum Thema Globalisierung und Finanzkapitalismus also: Wettbewerb kennt keine Grenzen und Gier war schon immer grenzenlos.
Mehr zum Thema Finanzkasinokapitalismus > hier und unter Geldhahn zu | der größte Raubzug der Geschichte.

Der Skeptiker J M Coetzee hat zu diesem Thema folgenden Satz notiert (in Anlehnung an Jorge Luis Borges): “The world would rather live through the misery of the reality we have created than put together a new, negotiated reality”. (Quelle: Briefwechsel mit Paul Auster “Here and Now”, p. 136).

Zitat:
“Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh”.
Henry Ford, 1863-1947