Revisited JULY 2015 / still good and valid

> I followed Coelho’s idea of “Streaming” his Audiobook on Youtube in English.
I re-read and compared the Audio  with  my own copy – the German translation while listening.

“Declaration of Principles” – Entwurf | written and published online by Paulo Coelho

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1. “Alle Menschen sind verschieden und sollten auch versuchen, möglichst verschieden zu bleiben.

2. Jedes Individuum geht im Leben zwei Pfade: Den der Tat und den der Betrachtung. Beide führen zum gleichen Ziel.

3. Jedem Menschen sind Qualitäten in die Wiege gelegt: Macht und Gabe.
Macht treibt eine Person an, ihr Schicksal (destiny) zu verwirklichen. Die Gabe verpflichtet diese Person, das Gute in ihr mit anderen zu teilen.
Jeder Mensch sollte im Leben die Chance haben, lernen zu können, wann der Einsatz von Macht angemessen ist, und wann Mitleid (compassion) angesagt ist.

4. Jeder Mensch kann zwischen gut und böse unterscheiden und wählen. Wer diese Gabe nicht benutzt, verkehrt sie in ihr Gegenteil, nämlich den Fluch, dass andere für ihn / sie entscheiden.

5. Jeder Mensch ist mit zwei Segnungen ausgestattet: sich richtig zu entscheiden und sich zu irren. Geschieht ein Irrtum, kann man immer wieder durch Lernen bzw. Lernprozesse zum richtigen Pfad zurückfinden.

6. Jeder Mensch hat ein eigenes sexuelles Profil und sollte es leben ohne Schuld – vorausgesetzt wird dabei, er / sie drängt oder zwingt andere Menschen nicht zu sexuellen Handlungen.

7. Jeder Mensch folgt einem unbewussten persönlichen Script (legend): Deshalb lebt der Mensch. Der Mensch hat Zugang, seine persönliche Legende zu entdecken, indem er seine Begeisterungen lebt und diese erkennt. (enthusiasm).
Es gibt allerdings Phasen im Leben, wo man die Begeisterung verliert.
Pflicht und Ziel des Menschen ist es dann, möglichst schnell zum besseren Pfad zurückzukehren, nämlich dem, wo Begeisterung möglich ist.

8. Jeder Mann hat eine weibliche Seite wie jede Frau eine männliche Seite hat. Disziplin sollte von Intuition begleitet sein wie Intuition von objektivierender Reflexion.

9. Jeder Mensch muss zwei Sprachen verstehen, die der Gesellschaft und die des Omens (Zeichen). Die erste Sprache dient der Kommunikation mit anderen Menschen. Die zweite ist allein der Kommunikation mit Gott vorbehalten.

10. Jeder Mensch hat das Recht, nach Freude (auch Glück) zu streben und diese herzustellen im Sinne von Suche nach Zufriedenheit. Damit ist nicht notwendigerweise das gemeint, was andere zufrieden macht.

11. Jeder Mensch trägt in sich eine heilige Flamme des Wahnsinns. Trotzdem bleibt es oberstes Gebot, sich möglichst normal zu handeln.

12. Wirklich schwere und unverzeihliche Fehler im Leben sind

• die Rechte des Nachbarn zu missachten
• sich durch Angst lähmen zu lassen
• sich ständig schuldig zu fühlen
• zu glauben, dass man weder Gutes noch Schlechtes verdient hat, wenn man im Leben darauf trifft
• feige zu sein.

Wir sollen auch unsere Gegner lieben, uns aber nicht mit ihnen verbünden. Wir treffen auf sie, um unser “Schwert” zu prüfen. Wir müssen sie im Kampf respektieren.
Wir selbst suchen uns unseren Gegner aus, nicht sie uns.

13. Wir erklären hiermit das Ende der Mauer, die bisher das Heilige vom Profanen getrennt hat.

14. Was in der Gegenwart geschieht, wirkt sich auf die Zukunft aus, indem es Konsequenzen hat, und auf die Vergangenheit, indem es Erlösung sucht.

15. The impossible is possible.”

Autor: Paulo Coelho | Freie und interpretierende Übersetzung von Peter H Bloecker  – (phb) > my web Gravatar

Weitere Hinweise :

Vgl. dazu die unterschiedlichen kulturellen Traditionen der Urvölker wie “Dreamtime” (Australien), Indianer, afrikanische Völker wie Bushmen im Vergleich zu heutigen Nationen und ihrem historischen Background inkl. Kolonialismus und Imperialismus. Dabei sind europazentrierte Kulturen (Abendland, Christentum) von den asiatischen Nationen und Kulturen zu unterscheiden, u.a. Buddhismus.
Hesse reiste nach Indien, um die Unterschiede Europa / Indien nachvollziehen zu können und wurde u.a. berühmt durch sein Buch Siddharta, Pflichtlektüre für jeden Bildungsbürger ab 15 Jahre. Danach dann möglichst mit “Narziss und Goldmund” (H. Hesse) fortsetzen.

Als Einstieg auch Erich Fromm: Märchen, Mythen, Träume – Eine Einführung in das Verständnis einer vergessenen Sprache.

Ad4: Als Einführung empfehle ich Rüdiger Safranski: Das Böse oder Das Drama der Freiheit, Carl Hanser Verlag, München | Wien 1997.
Wenn Ihnen Rüdiger Safranski gefällt: Ich finde alle Bücher von ihm gut: Romantik, Schiller, Schopenhauer, Heidegger und E.T.A. Hoffmann.
Hardcover bei Carl Hanser, TB bei FISCHER erschienen.

Ad5: Spezialisten sprechen dann von Ängsten, Depressionen und anderen seelischen Erkrankungen wie Burn-out und Stress, die sich in der ersten Welt endemisch ausbreiten. Vgl. auch die unterschiedlichen Vorschläge, wie der Mensch glücklich werden kann, u.a. Märchen Hans im Glück (Grimm) oder Erich Fromm:  Haben und Sein.  Nicht zufällig sind alle Bücher von Francois Lelord Bestseller, besonders in Deutschland.

Für Eltern und die es werden wollen empfehle ich besonders:
Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens, Piper Verlag, 2. Auflage 2009. Der kleine Hektor schreibt bereits Tagebuch und lernt seine Lektionen fürs Leben. Er hat das große Glück, Eltern und Erwachsene zu finden, die seine Fragen nicht nur hören, sondern auch darüber nachdenken und sie dann beantworten. Lelord fasst etliche Jahre Psychoanlayse – meist im Kontext Paris – zusammen und gelangt so zu den richtigen Fragen und den “passenden Antworten” für seine Leser/-innen. Mit Interesse habe ich die biographischen Notizen S. 221 – 223 gelesen – “Mein Vater war ebenfalls Psychiater…und so wuchs ich mit einigen seiner Patienten auf” – “1996 schließt Lelord seine Praxis , um sich und seinen Lesern die wirklichen großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er ist viel auf Reisen, besonders gern in Asien.”
 
Ad 6: Das ist besonders in Abhängigkeitsverhältnissen oberstes Gebot, weil es sehr subtile Formen der Manipulation gibt. Missbrauch ist also in jedem Fall ein Verstoß, vergleichbar mit dem Gebot: “Du sollst nicht töten.” Diese These schließt direkt an die längst überfällige Diskussion und Gleichstellung gleichgeschlechtlich orientierter Menschen an. Außerhalb Europas gibt es immer noch massive Diskriminierung bis zu Gefängnis, Mord und Totschlag. Auch auf deutschen Schulhöfen ist der Begriff Homo (lat. “Mensch”) besonders bei Jugendlichen immer noch mit negativen Konnotationen besetzt.

Ad7: Statt Script neuerdings auch oft “Reise”, also Lebensweg / dem Zeitgeist entsprechend auch häufig “journey”.

Ad9: Jeder Mensch sollte “decodieren” können. Von Geheimsprachen oder esoterischen “Secrets” halte ich nichts. Hier plädiere ich für Erziehung und eine möglichst gute Aus-Bildung, u.a. lesen lernen.

Ad 10: Wie in der amerikanischen Verfassung formuliert:  “The pursuit of happiness”. Dazu die umfangreiche Literatur über American Dream and American Nightmare. Zu meinen Favourites gehört: T C Boyle – Tortilla Curtain.

Ad 11: Dazu der Klassiker: Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschft, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 39.

Ad 12: Das Wort “Schwert” könnte befremden, ist natürlich symbolisch und nicht wörtlich zu lesen. Paula Coelho spielt auf die Tradition des HELDEN an, der ehrenwert, das heißt nach Regeln kämpft. Mit “Warriors of Light” hat er das Handbuch / Vademecum  des ehrenwerten Kriegers formuliert. Er spielt auch auf die weltweit verbreiteten Kampfsportarten an, besonders Asien.

 Ad 13: Vgl. die unterschiedlichen Bedeutungen und Deutungen – heilig – profan – sakral u.a.m.
Im Vatikan war neu zu klären, wie ein ehemaliger Papst anzureden ist – eine schwierige Frage. „Heiliger Vater“ oder „Ehemaliger heiliger Vater”.

Mit besten Grüßen
Yours
phb

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