Das Thema ist nicht neu – der Skandal liegt m.E. darin, dass nach knapp gewonnener Landtagswahl Politiker/-innen sich mit einer hauchdünnen Mehrheit anmaßen, pädagogische Entscheidungsfragen ideologisch zu beantworten,  indem Lehrkräften (mal wieder) Kompetenzen per Erlass abgesprochen werden sollen. Ich habe in 35 Dienstjahren keine Versetzungskonferenz erlebt, in der nicht alle Lehrkräfte jede auch nur denkbare Möglichkeit erwogen haben, um bei knappen Leistungen doch noch eine Versetzung zu ermöglichen. Jeder Fall wurde genauestens  geprüft und  oft im Vorfeld durch Klassenlehrer/-innen pädagogisch “gelöst”.

Falsch ist es ferner zu behaupten, es  seien “nur” schlechte Leistungen in einem Fach oder zwei Fächern, die zur “Ehrenrunde” führten. Tatsache ist vielmehr, dass in der Regel sehr schwache Leistungen in vielen Fächern zu einer Nichtversetzung führen. Folglich ist eine “Versetzungspflicht”  nicht nur pädagogisch falsch, sondern zusätzlich ein Anmaßung von Politikern, die derartige Entscheidungen den Experten überlassen sollten. Jetzt fehlt nur noch, dass die nächste Regierung in 5 Jahren diese Regelung wieder rückgängig macht!